Unser Lexikon
Es ist noch klein und muss erst wachsen...
Agape Liebesmahl, das die ersten Christen oft nach der Eucharistiefeier hielten. Es wurde ein einfaches Mahl miteinander gehalten. Später wurde die Armenspeisung immer stärker betont.
Agnus Dei lat., Lamm Gottes - Anfangsworte des Gesangs zur Brotbrechung im Kommunionteil der Meßfeier; Die Worte stehen für den (auch deutschen) Gesang als Ganzes.
Akklamation von lat. acclamare (= zurufen). Sammelbezeichnung für kurze Wechselrufe zwischen Priester und Gemeinde, etwa zu Beginn der Präfation. Auch den Ruf nach der Wandlung /GL 360,5 bezeichnet man als A.
Akolyth vom griech. Wort für „Begleiter". Der A. ist zum Dienst am Altar und zur Unterstützung von Priester und Diakon beauftragt. Es handelt sich um ein Dienstamt, zu dem eine formelle Beauftragung erfolgt. Der Ministrantendienst ist eine Vorstufe dazu.
Albe von lat. albus = weiß. Die A. ist das weiße, lange Gewand, das Priester und Diakon unter dem Meßgewand bzw. zur Stola tragen. Die A. wird vom Zingulum zusammengehalten.
Ambo griech. Lesepult oder Platz, von dem aus das Wort Gottes verkündet wird. An ihm sollen deshalb eigentlich Priester oder Diakon, Lektor und Psalmist/Kantor ihren Verkündigungsauftrag wahrnehmen.
Angelus lat., Engel. A. Domini' beginnt der lat. Text des Gebetes „Der Engel des Herrn..." (GL z,7). Deshalb heißt auch das 12-UhrLäuten, das eigentlich ein Gebetszeichen war, noch vielerorts „Angelus-Läuten".
Apsis lat., Wölbung. Als A. bezeichnet man den bogenförmigen Abschluss des Altar- oder Chorraums in Kirchen eines bestimmten Baustils (Basilika) bzw. im weiteren Sinn den hinter dem Altar liegenden Altarraum.
Asperges A. me' beginnt der lat. Text des bei der Austeilung des Weihwassers gesungenen Psalms 51 vor Beginn des Gottesdienstes (GL 424, 1). Danach hat die ganze liturgische Handlung der Weihwasserbesprengung ihren Namen erhalten.
Aspergill Das A. ist das Gerät zum Aussprengen des Weihwassers.
Ave lat. (sei gegrüßt). „A. Maria, gratia plena", beginnt das „Gegrüßet du, Maria", eines der Grundgebete (GLz,G), im Lateinischen. Deshalb nennt man das ganze Gebet in der Kurzform so. Vom „AveLäuten" gilt das Entsprechende, was schon zum Angelus gesagt wurde.
Basilika (griech., früher Bezeichnung für eine Markthalle). Bezeichnung einer bestimmten baulichen Anlage einer Kirche. Daneben Ehrentitel für besonders hervorgehobene Pfarrkirchen von geschichtlicher oder überörtlicher Bedeutung.
Benedictus lat. ~ = gelobt, gesegnet/. ,B., qui venit`, beginnt der zweite Teil des -->Sanctus-Textes ~GL 360, 3). Bei musikalischen Meß-Vertonungen ist das B. ein eigener Teil. lat. Beginn eines -->Canticum, der Lobgesang des Zacharias, der bei der Begräbnisfeier (GL 89) und im Morgengebet (--->Laudes) der Kirche seinen Platz hat. Der ganze Gesang wird oft nach dem Anfangswort benannt.
Benediktion von lat. benedicere = segnen. B. ist die Segnung (von Personen, Gegenständen, Räumen etc.).
Benediktionale Buch, das verschiedene Segensgebete für alle denkbaren Situationen enthält, für die Segnungen der Kirche vorgesehen sind. Das B. ist also ein Ritusbuch für liturgische Handlungen, bei denen auch Ministranten ihren Dienst tun können.
Birett Kopfbedeckung für den Geistlichen, die auch zu bestimmten liturgischen Gewändern (-->Paramente) getragen werden darf.
Brevier von lat. brevis = kurz. Das B. war die handliche Kurzfassung des Stundengebets der Mönche in Buchform für alle ---> Kleriker. Das heutige „Stundenbuch" für die Feier des Stundengebets ist allerdings ein sehr umfangreiches Werk. Auch die Gläubigen, die nicht zum Stundengebet verpflichtet sind, sollen sich nach ihren Möglichkeiten daran beteiligen -->auch Laudes, Vesper, Komplet.
Burse von lat. Bursa = Beutel. Stoffbehälter zur Aufbewahrung der liturgischen Gegenstände für die Krankenkommunion.
Canticum lat., Lied. Als C. bezeichnet man Texte der Hl. Schrift, die offensichtlich als Lieder aufgeschrieben wurden, aber nicht den Psalmen zugerechnet werden können.
Caritas lat., Liebe. Mit diesem Wort bezeichnet man das große kirchliche Hilfswerk, das bis auf die Pfarreiebene Hilfe in Notlagen leisten will. Deshalb findet alljährlich durch C.helfer eine Haussammlung statt. Daran könnten sich auch größere Ministranten beteiligen.
Choral von lat. Chorus = Sängerkreis. Wenn man im Bereich der katholischen Kirche von C. spricht, meint man meist den ->Gregorianischen C. Gemeint ist damit ein aus den frühen Jahrhunderten der Kirche stammendes Melodiengut, das noch heute in lateinischen und deutschen Gottesdiensten als gottesdienstlicher Gesang Verwendung findet und gepflegt werden soll. Jeder Katholik soll ein Mindestmaß an C.melodien beherrschen (-->GL 402-404, Weltchoralmesse), damit er sich auch bei internationalen Gottesdiensten am Gesang beteiligen kann.
Chorrock -Rochett
Chrisam geweihtes Öl, das für Taufe und Firmung verwendet wird und dafür eigens vom Bischof am Gründonnerstag geweiht wird. Bei der Feier der Taufe hält der Ministrant das Chrisam zur Salbung des Täuflings bereit, bei der Firmung salbt der Bischof die Firmlinge damit.
C.M.B. lat. „Christus mansionem benedicat", d.h.: Christus segne diese Wohnung. Bei der Häusersegnung am Dreikönigsfest (= Fest der Erscheinung des Herrn) wird dieses Zeichen traditionsgemäß an die Türbalken geschrieben. Es soll aber nicht an die drei Namen Caspar, Melchior und Balthasar erinnern, sondern daran, dass die so bezeichnete Wohnung unter den Schutz Gottes gestellt wurde.
Communio vollständig: Antiphona ad Communionem, lat. = Kommuniongesang. So sind die Gesänge des Gregorianischen Chorals bezeichnet, die zur Austeilung der hl. Kommunion von der Schola gesungen werden können. Mit der Kurzbezeichnung C. werden zuweilen die betreffenden Gesangstexte abgedruckt; im neuen SCHOTT sind diese Texte deutsch als Kommunionvers bezeichnet.
Credo lat. (ich glaube), das Anfangswort des Glaubensbekenntnisses /->GL 35. C. wird auch meist als Kurzbezeichnung für den Gesang des Glaubensbekenntnisses (lat. oder deutsch) oder eines „Credo-Lieds" /z.B. GL 467) benutzt.
Custodia von lat. custos = Hüter. In der C. wird die Lunula aufbewahrt, jener kleine, halbmondförmige Halter für die große Hostie, die bei der der Aussetzung des Allerheiligsten in der Monstranz zu sehen ist. Die gewandelte, konsekrierte Hostie wird mit diesem Halter in der C. im Tabernakel aufbewahrt
Dalmatik lat., dalmatica (römisches Kleidungsstück) ist das liturg. Gewand des >Diakons. Es handelt sich um ein mantelähnliches Übergewand, das über Albe und Stola getragen wird.
Dechant von lat. decanus = Aufseher. Der D. ist der Vorsteher eines Kapitels", einer Gemeinschaft von Geistlichen, die entweder durch die Zugehörigkeit zu einer Domkirche (Domkapitel) oder zu einem Seelsorgebezirk (Dekanat) entsteht.
Dekan Herkunft und Bedeutung des Worts wie bei Dechant.
Dekanat siehe Dechant.
Diakon griech. = Diener. Der D. ist ein geweihter kirchlicher Amtsträger. Er kann seinen Dienst als Vorstufe zum Priesteramt oder als Ständiger Diakon" (als der heute schon verheiratete und im Berufsleben stehendeMänner wirken) ausüben. In der ->Liturgie hat er bestimmte, den Priester unterstützende Aufgaben. Er kann selbst die Feier der Taufe, der Trauung und des Begräbnisses -S. 92) leiten. Wenn der D. nicht die Dalmatik als liturg. Gewand trägt, kann man ihn an der Trageweise der Stola - von der linken Schulter nach rechts zusammenlaufend - erkennen.
Diözese lat., Seelsorgebereich und kirchl. Verwaltungsbereich, der unter der Leitung eines Bischofs steht. Einanderes Wort für D. ist Bistum.
Direktorium kirchlicher Jahreskalender, der die kirchlichen Fest- und Gedenktage aufführt und liturgische Anweisungen zur Wahl der Gebete, Lesungen und andere Einzelheiten enthält. Er ist in den Diözesen verschieden, da jede Diözese eigene Heiligengedenktage hält.
Doxologie griech. = Lobspruch. Die große D. ist der Lobgesang der Messe, das Gloria. Als kleine D. bezeichnet man das „Ehre sei dem Vater". D.en sind auch die Schlussformel des Hochgebetes vor dem Vaterunser und der Abschluss des, Vaterunsers' in der Messe: „Denn dein ist das Reich..." (GL 364, 1).
Empore in der Kirche eine Art Balkon über dem Kirchenausgang, auf dem früher meist Orgel und Kirchenchor ihren Platz hatten. Heute baut man keine Emporen mehr, da der liturgische Platz der kirchenmusikalischen Dienste eigentlich im Blickfeld der Gemeinde sein sollte.