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Gebete und Gedanken


Was weiß der Kieselstein vom Diamanten?

Was weiß die Milch von der Kuh?

Was weiß die Blume von der Farbe?

Was weiß die Raupe vom Schmetterling?

Was weiß der Affe vom Mond?

Was weiß das Wort vom Dichten?

 

Guter Gott,

ich bin geschaffen

nach deinem Abbild,

die Erde sei mir untertan!

 

Welche Verantwortung hast du mir

Damit übertragen:

Für den Kieselstein,

für die Milch,

für die Blume,

für die Raupe,

für den Affen,

für das Wort…


Ich träume

Von einer besseren Welt

Ohne Krieg, Hunger und Hass

 

Ich träume

Von einer Welt

In der die Menschen

In Frieden leben können

 

In träume von einer Welt

In der jeder dem anderen schenkt

Das Geld spielt keine Rolle mehr

 

Ich träume

Mich in diese Welt hinein

Und erkenne:

 

Ich verachte und grenze aus

Ich liebe das Sein mehr als das Sollen

Ich will das Gute und tue das Schlechte

Ich bin genau das Gegenteil meines Traums.


Es gibt Jugendliche,

die schon sehr früh glauben,

genau zu wissen, wo’s wirklich langgeht;

die keine Fragen mehr haben,

sondern höchstens ungefragt Antwort geben;

die keine Ideen mehr haben

weil ihre Fantasie vernagelt ist

mit Brettern der Gewohnheit;

die keine Freiheit mehr haben,

weil sie gefangen sind

im Käfig von Konsum und Besitz;

die keine Hoffnung mehr haben,

weil sie keinen Zweifel offen lassen

wie alles enden wird.

 

Guter Gott, steh’ mir bei,

sie nicht zu verlieren:

die Fragen,

die Ideen,

die Freiheit

und die Hoffnung.


Angst vor Entscheidungen

Solange ich lebe, muss ich mich entscheiden, muss Stellung nehmen, muss ja oder nein sagen.

So hast du es gewollt, Schöpfer des Menschen, dass ich mich entscheide für einen Beruf, für einen Lebensgefährten, für eine Partei, für dich.

Aber nicht nur an den breiten Kreuzungen des Lebens muss ich wählen, auch an den schmalen, wo es „nur“ um einen Film, eine Zeitung, einen Witz geht.

Hab Dank, Schöpfer des Lebens, dass ich entscheiden, dass ich die Lebensweichen mitstellen darf, dass ich mehr bin als ein willenloses Zahnrad im Räderwerk der Zeit.

Herr, oft habe ich Angst vor Entscheidungen, schiebe sie anderen zu, versuche mich vorbeizudrücken, gehe weder links noch rechts, weder vor noch zurück.

Herr, ich will mich für dich entscheiden ― in allen Fragen des Lebens, jeden Tag ― ein ganzes Leben lang. Komm mir zu Hilfe, dass ich das Rechte erkenne. Gib mir Mut, es zu wählen.


Gerne kannst Du uns auch Dein Gebet schicken unter info@mini-wegweiser.de


Muss das wirklich sein…?

Muss das wirklich sein:

Die beste Markenjeans,

die teuerste Jacke –

und dann diese Sprüche:

„Wie läuft die denn durch die Gegend?“

„Was, bist Du immer noch solo?“

„Sei doch endlich mal cool!“

„Kannst Du Dir das nicht leisten?“ –

Jeder muss im Wettbewerb um den

Besten, Tollsten, Coolsten, Modernsten

Immer ganz vorne mit dabei sein.

Küsschen hier, Küsschen da,

„Gestern hab ich auf der Party wieder so coole Typen kennen gelernt…“

Am besten, man kennt so viele

coole Leute wie möglich

- lauter oberflächliche Bekanntschaften.

Aber

Muss das wirklich sein?

Hat man nicht von einem guten Gespräch

Mit wirklich guten Freunden viel mehr

Als von einem Kompliment über

Die neue 100 €-Jeans

- mit Papas Arbeitslosengeld bezahlt?


Suche nach Gott

Ich habe die Welt abgewandert nach Dir.

Ich war in den schönsten Gegenden der Erde,

doch Dich fand ich nicht.

Ich suchte Dich überall: Im Erdinneren,

in der Luft, im Weltall.

Und ich fand Dich wieder nicht.

Doch als ich von meiner Reise heimkam,

sah ich Dich, und ich sah auch mehr.

Du bist in allem:

In der Natur, in menschlichen Gefühlen,

in allem, was wir tun.

Gott muss ich nicht suchen, da Er

Überall und immer da ist.

Unsichtbar, aber da,

und meistens ist Er näher als ich denke.


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PG Blindheim  |  pg.blindheim@bistum-augsburg.de